– Forum pflegender Einrichtungen ist aktiv
Mit dem Anspruch in Sachen Qualität nicht auf Anforderungen zu warten, die von Aufsichtsbehörden oder institutionellen Diensten an sie herangetragen werden, befassen sich derzeit stationäre pflegende Einrichtungen im Landkreis Hameln-Pyrmont. Eine Projektgruppe, bestehend aus den Pflegeeinrichtungen der AWO Bad Münder, ‚Ramsauers Mühle‘, dem Alten- und Pflegeheim der Julius Tönebön Stiftung und dem St.Monika-Heim überlegt, wie Leistungen im Ergebnis so gemessen werden können, daß sie für Interessenten um einen Heimplatz eine Entscheidungshilfe sein können. Ziel ist es offen und nachvollziehbar darzustellen, welche Ergebnisse eine Einrichtung bei bestimmten Risiken, die mit Pflegebedürftigkeit einhergehen, erzielt. Als Beispiele für solche Risiken benennen die Einrichtungen den Ernährungszustand, die Sturzgefährdung, die Mobilität, Schmerzvermeidung und geistig-seelische Veränderungen. Die Hauptarbeit innerhalb des Projektes liegt bei den Pflegedienstleitungen. Durch wechselseitige Besuche und Prüfungen einschließlich Bewertung und Aufgabenstellung (pair review) verändert sich das Verständnis von Qualität für die Einrichtungen. Qualität wird nicht länger eine von außen herangetragene Last sondern ein für die Arbeit selbstverständlicher und nicht verzichtbarer Anspruch. Erfreulich ist hierbei: Nicht allein die vier bereits genannten Einrichtungen (AWO Bad Münder, ‚Ramsauers Mühle‘, Julius Tönebön Stiftung und St.Monika-Heim) arbeiten im Rahmen dieser Projektidee. Eine Besonderheit besteht für die ‚Scharnhorstresidenz‘ und das Seniorenheim ‚Zur Höhe‘. Diese haben für ihre Qualitätsprüfungen einen Partner im Landkreis Hildesheim gefunden.
Für Menschen, die über einen Einzug in ein Heim nachdenken, stellt diese Initiative eine Verbesserung dar. Die freiwillige Selbstbewertung erfolgt zusätzlich zu den behördlichen und institutionellen Kontrollen. Sie ist durchdringender und nachhaltiger und orientiert sich über die Auflagen hinaus an den Erwartungen der Menschen, die einen Heimplatz in Anspruch nehmen.
Schwerpunkt der Arbeit sind im Jahr 2010 die abgestimmte und sichere Umsetzung der Expertenstandards für Pflege und die am praktischen Bedarf orientierte Ausbildung von Pflegekräften.